Wohlwollen für den Turfsport
(Oltener Tagblatt/hr, 23.09.2009)
Einwohnerrat Aarau: SFr. 460'000.-- an den Aargauischen Rennverein erlassen
Aufatmen beim Aargauischen Rennverein (ARV): Der Einwohnerrat folgte mit grosser Mehrheit dem Antrag des Stadtrates, ein Restdarlehen von SFr. 460'000.-- per Ende Jahr abzuschreiben.
Konkret ging es um ein verzinsliches Darlehen über SFr. 500'000.-- aus dem Jahre 1993, das für die Erweiterung und die Sanierung der Pferderennbahn im Schachen verwendet worden war. Aus finanziellen Gründen sah und sieht sich der ARV nicht in der Lage, die verbliebene Schuld von SFr. 460'000.-- zu verzinsen und zu amortisieren.
«Umfangreiche Fronarbeit»
Während der Rennverein lediglich um einen Erlass in der Höhe von SFr. 40'000.-- bat, wollte der Stadtrat eine «nachhaltige Lösung» der finanziellen Probleme des ARV und beantragte, das gesamte Restdarlehen per Ende 2009 abzuschreiben. Das Parlament folgte diesem Ansinnen, anerkannte man doch die umfangreiche Fronarbeit für den Erhalt des Reiterstadions. Unbestritten war auch, dass der Turf zur Reiterstadt Aarau und damit zu den Standortfaktoren gehöre, der über die Region hinausstrahlt. Hanspeter Hilfiker (FDP) regte an, den mittelfristigen Sanierungsbedarf der Anlage (namentlich der Tribüne) zu eruieren, denn «ohne Hilfe der öffentlichen Hand» werde es wohl auch künftig nicht gehen.
Für Philipp Kim (Pro Aarau) ist die längst getätigte Investition in das Reiterstadion im Aarauer Schachen «nachhaltig», die finanzielle Situation im Rennverein sei deutlich «stabiler» geworden. «Befremdet» zeigte sich Urs Gottscheu (Jetzt!) lediglich über den Stadtrat, der gleich die ganze Restschuld abschreiben wolle. Oliver Bachmann (SP) bezeichnete den Verzicht auf das Darlehen als «Einzelbetriebsförderung», theoretisch ein «liberaler Sündenfall». Er hoffe, dass die jetzt geübte Stärkung des Standortes auch für andere Anbieter, etwa das KiFF oder die künftige Mittlere Bühne gelte. Was Fortunat Schuler (SVP) zur Warnung verleitete, den «Goldesel Aarau» nicht überzustrapazieren und aufzupassen, dass «die Geldquelle nicht plötzlich versiegt». Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung erliess der Einwohnerrat am Ende der Debatte das Darlehen und entlastet damit die Rechnung des Aargauischen Rennvereins.


